Archiv für;r 2012

Anthrazit

Malerei durch Stein und Kohle: Spuren der Arbeitsprozesse an den Seitenwänden eines Kohlenwäsche-Behälters in einer stillgelegten Zeche im Ruhrgebiet. Aus endlosen amorphen Strukturen werden erst durch das Ausschneiden von Formaten beim Fotografieren Bilder. Und plötzlich möchten wir erkennen: z.B. Landschaften aus der Luft oder kryptische Mitteilungen und Zeichen. Wir können nicht anders, als Gesehenes abzugleichen mit den eigenen Wahrnehmungs- und Erfahrungswelten. Doch da ist nichts: kein Abbild, kein Modell, keine Kommunikation. Nur formales Gewesensein und heutiges Sein, unendlich reich an Formen und Farben im monochromen Spektrum der Ausgangsstoffe Kohle, Stein und Wasser. ge

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Handspiel

01. Cow_Touch + Stan_is_Love (Kutáč Stanislav)

von Stanislav Kutáč

Handspiel klingt nach Vergehen, nach Manipulation, nach Absicht. Und so ist es. Auch wenn die Aufnahmen bei dieser Serie eine Berührung nur vortäuschen und auch nicht zwingend von wirklichen Menschen und Dingen zeugen, sondern von dargestellten, so beziehen sie den Betrachter doch in die Handlung mit ein. Führen ihm seine Täterschaft vor Augen.

Die hier ausgewählten Aufnahmen entstanden auf meiner diesjährigen NYC Reise und fanden eine Fortsetzung auf der 13. Art Basel. Dass sie hier paarweise auftreten und Untertitel tragen, war ursprünglich so nicht geplant und ist eigentlich nur dem Querformatraster des Designator zu verdanken, was wiederum zusätzliche Betrachtungsebenen nach sich zieht.

Technik: iPhoneography inkl. iPhone Bearbeitung (Ausnahme Aufnahmen 19 und 23)
stanislavkutac.com

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FORMATION GG

Eine visuelle Reise durch das Deutsche Grundgesetz – von Mike Hofmaier
Das Buch ’Formation GG – eine visuelle Reise durch das deutsche Grundgesetz’ hat aufgrund seiner innovativen Qualität Vorbildcharakter. Es ist sowohl im inhaltlichen Ansatz als auch in der gestalterischen Konzeption einzigartig. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde in dieser Arbeit inhaltlich-analytisch und formal mit grafischen, datengrafisch-bildhaften und typografischen Mitteln erklärend aufbereitet und dargestellt. So entstand didaktisches Informationsdesign auf höchstem Niveau. Mike Hofmaiers Diplomarbeit an der Schule für Gestaltung Ravensburg (2011, Betreuung Georg Engels) wurde mit der Note 1,0 bewertet und gerade mit den Preisen ’Certificate of Typographic Excellence’ und ’Student Best of Show award’ des Type Directors Club New York ausgezeichnet. Eine ausführliche Darstellung gibt es hier: www.mikhof.de oder auch dort. ge

Autosignator

Von Michael Jörg

Das lateinische Wort ’Signator’ bedeutet ’Unterzeichner’, seltener ist damit auch ein Urkundenfälscher gemeint. Hier soll es in Anlehnung an den ‚Designator‘ einen Autoren bezeichnen, dessen Wortschöpfungen und Kunstbegriffe dann sozusagen verbales Design werden.

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Dysfunktionale Typografie

Schrift, die ihrer semantischen Bestimmung, ihrer ursprünglichen kommunikativen Funktion enthoben, aber trotzdem noch präsent ist, wird auf ihre reine Form und ihre visuelle Wirkung im Kontext zurück geworfen. Trotzdem wird sie nicht reine Syntax, denn sie ist nicht ganz bedeutungsfrei: die Erinnerung an die mögliche, an die vergangene Funktion und die Vorstellung von damals kommunizierten Abläufen und Handlungen, die ihr Vorhandensein im jeweiligen Kontext evoziert, ist auch Kommunikation, die Vermittlung von nun anderen Inhalten; reduziert und in der Bedeutung verschoben. Man könnte die Wirkung in diesem Fall hier auch ’nostalgisch’ nennen (Beispiele aus der Völklinger Hütte/Weltkulturerbe) | ge

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en avant

en avant steht für ’weitermachen!’ Diese nun auch schon 10 Jahre alte interaktive Web-Anwendung von Michaela Gleinser baut auf den Prinzipien der modularen und seriellen Kunst von Richard-Paul Lohse (1902 – 1988) auf – als Hommage an den Schweizer Künstler und Mitbegründer der konstruktiv-konkreten Schule; sie ermöglicht das dynamische ’Weitermachen’, die Untersuchung und Variation einiger Werke Lohses unter den Aspekten Bewegung und Raum. Die Website ist eine Wiederveröffentlichung einer Diplomarbeit an der Schule für Gestaltung Ravensburg aus dem Jahr 2002 – 2003 mit dem red dot für hohe Designqualität ausgezeichnet.
also: en avant!

Syntaxvariationen

Regeln:
01 Rahmenfläche ist ein weißgrundiges Rechteck im Seitenverhältnis 3 : 1
02 Rahmenfläche mit dünner schwarzer Außenkontur, wenn auf hellem Grund platziert
03 eine schwarze Fläche wird in die weiße Rahmenfläche einbeschrieben
04 diese schwarze Fläche hat vier Außenkanten und Ecken
05 zwei bis maximal vier Kanten der schwarzen Fläche sind gerade
06 keine bis maximal zwei Außenkanten der schwarzen Fläche sind gekrümmt
07 bei der schwarzen Fläche gibt es keine rechten Winkel und parallelen Geraden
08 bei den Krümmungen gibt es keine Kreissegmente und keine Parallelen
09 mindestens drei der Eckunkte der schwarzen Fläche liegen auf der Außenkante der Rahmenfläche
10 die Eckpunkte der schwarzen Fläche treffen nie auf die Ecken der Rahmenfläche
11 die schwarze Fläche berührt immer die obere und die untere Kante der Grundfläche
12 bei der schwarzen Fläche gibt es keine Achsen- oder Punktsymmetrie  ge

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Kunstlandschaften

Landschaftsparks und -gärten sind eine eigenartige Form kulturellen Ausdrucks, geradezu aus Widersprüchen heraus geschaffen. Natur wird zunächst beseitigt – oder anders genutzte Flächen werden umgewidmet – und dann wird geplant und umgesetzt, um wieder etwas möglichst naturnah Wirkendes, jedoch in idealisierter Form, entstehen zu lassen. Es ist nicht Natur, die nachgeamt oder neu komponiert wird, es ist die Umsetzung eines Bildes, einer künstlichen Vorstellung, die – durch Zeigeist und Kultur determiniert – sich die jeweiligen Auftraggeber und Gartenkünstler von der Natur angeeignet und als Objekt der Gestaltung begriffen haben. Gartenkunst ist zunächst reine Gestaltung, also das Gegenteil von Natur. Landschaft wird zum vierdimensionalen Tafelbild geformt, es kann als Raum durchwandert werden. Es kann aber auch intensiv in der Zeit erlebt werden, in kurzen Abschnitten durch z.B. die Veränderungen innerhalb eines Tages, durch Wolken, Wetter, Sonnenstand; im Jahresablauf, durch die Jahreszeiten und die Wachstums- und Rückzugsprozesse; und schließlich über die Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg: alte Landschaftsparks sind heute viel dichter, reicher und ausgeprägter als zur Zeit ihrer Anlage, allein durch das Wachstum der Bäume. Dieser weitere Widerspruch, nämlich etwas zu gestalten, was man erst viele Jahre später – oder erst die nachfolgenden Generationen – in der geplanten Qualität sehen wird, was aber auch nie perfekt und nie fertig sein wird, im Gegensatz zur üblichen Zielfführung und zeitlichen Absehbarkeit künstlerischer Tätigkeit, macht aber vielleicht gerade den besonderen Reiz aus: Gartengestaltung ist reines Investment in die Zukunft. Die von den früheren Gestaltern geplanten Perspektiven, Tableaus, überraschenden oder fließenden Wechsel der Wahrnehmungen, z.B. durch sorgfältig platziere Bäume oder Gebäude(-fragmente), nachzuvollziehen und in der Bewegung durch die sich dabei laufend verändernden Räume zu erleben, ist eine lehrreiche und spannende Tätigkeit auch für die heutigen Gestalter, obwohl sie sich in der Regel mit ganz anderen Artefakten beschäftigen. ge

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printer’s devil

author and designer of the book ’painajan painajainen / digitaldruck fibel / printer’s devil’, marryam fib:’the main reasons doing this book was the ’revolution’ of digital printing, being useful and binding knowledge in so many languages as possible. the first profession i learned was printer and i noticed that – when digital printing took step on market – people had problems with the preparing of their material for printing. because i came from finland to study in germany, it was more than obvious that i had to do my diploma in at least two languages. but two is a static and not so brave number as three. so, i had to make it in three languages. i tried to bring the layout to communicate within itself. trough the different colors for each language and the text layout i was trying to make the whole thing un-boring, interesting, demanding. the pictures are not so demanding, because they are self made and self drawn, but i stand behind them. i didn’t want to let them to steal the show and the eye to get lost in fancy pictures. i wanted the work to be a sum of knowledge which is packed humble but still with a good old punk-black and the glamorous telephone directories font – just in opposite to its original purpose in contrast to the topic of the book. | contact: marryam_fib(at)yahoo.se

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novum/neu

designator.de – ganz knapp gehalten – bei novumnet.de, einem sehr nützlichen und umfangreichen Portal; besonders zu empfehlen: die große Link-Sammlung.